sommer trinken

sonntags bin ich unangepasst,
bin ganz entspannt am tag des herrn
in mir regt sich eine rebellin
sie sagt dinge wie „sonntags immer“
nie sagt sie sonntags nie
eine reflexion über extreme
& binäre ordnung
dazwischen aber – das in der mitte
bleibt/blieb undeutlich
ein lichterfüllter sommersonntag,
leicht und verführerisch,
ein weg durch den wald
eine luft von seltener reinheit
fast hatt´ ich vergessen, wie gut gute luft riecht
wie sie die lungen weitet
schon ein einzelner atemzug!
ich gehe
der weg führt sanft hinauf (bergauf wäre zuviel gesagt)
bäume entlang des weges
sie wachsen hoch, dem licht entgegen
ihre kronen wiegen sich lind im wind
etwas knarzend, langsam & so ermutigend
ein duft von kiefern,
dann einer von erdbeeren
eine erinnerung
ein rotbuntes handtuch, frisch gewaschen
für kommende schwimmbadefreuden
wir wandern auf la gomera,
wälzen uns in schwarzem sand
der atlantik spült säume aus weißem schaum heran
weit draußen eine schule von prustenden walen
(zwischen gomera und teneriffa)
& in den bergen erdbeerbäume