wieder herbst

der sommer ging, ohne das ich das meer sah

aber da war eine treppe, ochsenblutfarben –

stairway to heaven?

einer entschied zu gehen, eine andere blieb

ein gedicht wurde geschrieben

das echo eines alten wunsches hallt in mir nach

alte liebe, so sagt man, rostet nicht

manchmal selbstschädigend,

wird sie ein verlagerter schmerz

die treppe ist aus altem holz, betagt & solide,

die farbe blättert

beileibe keine himmels- oder engelsleiter,

taugt sie doch prima fürs auf- bzw. fürs absteigen

nicht für abwärtsspiralen oder -pirouetten

oder sonstigen quatsch

ein echo bricht sich an mauern –

durchbricht es sie?

im sommer sah ich paris wieder

& meine traurigkeit hält sich in grenzen

was sonst noch?

die felder abgeerntet

gelbgrünbunte bäume tragen jetzt früchte

der hauch einer saisonalen melancholie dräut

bald wird es kalt

aber der winter ist nicht mehr die kalte jahreszeit

mit schnee & väterchen frost & allem pipapo,

er ward zur regenzeit

mit herbstlichem blattgold zelebrieren wir

blaue stunden